Jobs/Praktikum/FÖJ

Praktikant/in ab September 2017 gesucht!


Interesse an einem Praktikum?

Dann melde dich unter 0176 80048011

Wer Interesse an einem Praktikum hat, schickt am Besten eine Mail mit Lebenslauf (besondere Berücksichtung des reiterlichen Werdegangs) und ein paar Angaben zur Motivation.


Wir bieten:

- kompletten Einblick in einen Islandpferdebetrieb

- regelmäßigen Reitunterricht

- Unterbringung eines eigenen Pferdes nach Absprache möglich

- familiäre Atmosphäre, gemeinsames Mittagessen

- freie Unterkunft (Wohnung mit Küchenzeile, Bad, Fernsehen, Internet)

 

Aufgabenbereiche

- Pflege und Versorgung der Pferde

- Kontrolle der Herden

- Mithilfe bei der Stallarbeit (aber nicht Hauptaufgabe -Du bist nicht unser Kökelgirl!!)

- Mithilfe bei der Jungpferdeausbildung

- Bei entsprechenden reiterlichen Voraussetzungen viel reiten

Anforderungen:

- Mindestalter 18 Jahre

- Führerschein von Vorteil

- Erfahrung mit Gangpferden vorteilhaft, aber kein Muss

- Bereitschaft Neues zu lernen

- fit, sportlich, interessiert

- ein Praktikant sollte motiviert, zuverlässig, teamfähig, selbstsändig sein und anpacken können

 

 

Freies Ökologisches Jahr

Bewerbungen für FÖJ an das Regionalbüro in Greifswald

FÖJ-Regionalbüro der
Jugendwerk Aufbau Ost JAO gGmbH
Spiegelsdorfer Wende 2
17491 Greifswald
Telefon und Fax: 0 38 34 - 50 14 14
E-Mail: foej.jao-greifswald@t-online.de

 

 

 

 

Erfahrungsberichte

 


Merle Pätsch

Freiwilliges Ökologisches Jahr 2015/2016

Mittlerweile ist es schon gut ein Jahr her als ich mein freiwilliges Jahr in Viersdorf angefangen habe, aber ich erinnere mich noch daran, als wäre mein erster Tag erst gestern gewesen. Ich kam auf dem Hof an und wurde vom gesamten Hof Team begrüßt und im Anschluss von Marie, der damaligen Praktikantin auf dem Hof herumgeführt. In den ersten Tagen haben mich Marie und Lena (die damalige FÖJlerin) zu allen Aufgaben mitgenommen, dazu gehörte die Versorgung der Pferde direkt am Hof, wenn notwendig die Gabe von Medikamenten, die Kontrolle der Herden auf den Sommerweiden, die allgemeine Hofpflege, sowie das Ausmisten des Hengststalls (was zu zweit wirklich nicht lange dauerte). Nach kurzer Zeit hat Josi mir zwei Jungpferde zugeteilt, die ich zunächst unter Aufsicht und dann auch alleine trainieren durfte. Als dann Anfang Oktober das Hofturnier vor der Tür stand, habe ich die beiden Jungpferde in der Futurity Prüfung (extra für Jungpferde) vorgestellt. Da Josi und ihre Freundin Laila zum Anfang meines Jahres einen Trainerschein zum Jungpferdebereiter gemacht haben, konnte ich mir einige neue Fähigkeiten im Umgang mit Jungpferden aneignen und gleich bei einer Jungstute, die ich von Josi zugeteilt bekommen habe, anwenden. Zur Ausbildung der Jungpferde gehört die Bodenarbeit, das Training an der Longe und Doppellonge, die Arbeit auf der Ovalbahn und im Dressurviereck und natürlich auch das Ausreiten im Gelände.

Ende November kamen die großen Herden von den Sommerweiden zurück auf den Hof und zogen in die großen Offenställe. Der Herdeneintrieb war nur eins der vielen Highlights von meinem Freiwilligen Jahr, da ich sowas noch nie miterlebt habe.

Als dann die kalte Jahreszeit anfing und die Tage immer kürzer wurden, haben wir so einige abendliche Rituale eingeführt: zusammen Abendbrot essen und den Abend gemeinsam vorm Fernseher ausklingen lassen :).

Aber auch tagsüber gab es viele schöne Dinge, an die ich mich gerne zurück erinnere. Die kleinen Springeinheiten mit den plüschigen Isis, das „ohne Sattel Spaßreiten“ mit Foella und winterliche Ausritte im kuschelig warmen Overall bei strahlendem Sonnenschein mit gefühlten -10 Grad mit Nati auf Hakon und ich auf Angi.

Ich werde hier niemals alle Highlights auflisten können, dafür waren es einfach zu viele. Zu den absoluten Favoriten gehören auf jeden Fall die Fohlengeburten, bei denen wir jeweils früh morgens und spät abends auf der Stutenweide nach dem Rechten geschaut haben.

Des Weiteren hat Josi es mir ermöglicht an den Islandpferdeturnieren in Berlin teilzunehmen und so konnte ich zum einen ihrern Oldstar Fleygur reiten und ein Jungpferd vorstellen. Es waren unvergessliche Wochenenden, die wir zusammen mit den Pferden erlebt haben und ganz Pferdemädchen-like im Pferdehänger geschlafen haben. Was bei den Highlights nicht vergessen werden darf: die Stoppelfeld Ausritte, die nicht nur uns, sondern auch den Pferden sehr viel Freude bereitet haben. Vor allem da die Felder gefühlt unendlich groß waren und wir vom Bauern die Erlaubnis bekommen haben.

Als im Sommer die Kinderferien vor der Tür standen, waren alle Fohlen auf der Welt und man konnte sich ganz auf die Kinder konzentrieren. Am Anfang jeder Woche fand eine Kennlernrunde statt und an den Tagen darauf, ein buntes Programm aus Reitstunden, Englisch und Spanisch, Voltigieren, Shettyreiten, Schönheitswettbewerb, Aufbau und Durchführung eines Geschicklichkeitsparcours, dem sagenumwobenen Spiel Werwolf, einer Nachtwanderung und Vielem mehr. Am Ende gab es eine große Abschlussparty mit eingeübten Tänzen aus der Latino Tanzstunde.

In diesem Jahr habe ich nicht nur neues Wissen und aktuelle Probleme über die Umwelt durch die Seminare mitnehmen können, sondern auch viele neue Erfahrungen im Bezug auf Jungpferdearbeit und allgemein des Gangreitens sammeln können. Ich habe viele neue Freunde kennen gelernt und mich reiterlich weiterentwickeln können. Ich freu mich sehr immer zu Besuch kommen zu können und eines ist sicher: Isländer sind nicht nur kleine plüschige Pferde, sie sind kleine Sportskanonen mit ganz viel Herz und Charakter!

 


Julia Quint

März-August 2016

Auch ich habe ein paar ganz tolle Monate auf dem Islandpferdehof von der Waydbrink erlebt! Gegen Ende März kam ich mit meiner Hündin Lilo von Wuppertal nach Viersdorf und wurde gleich herzlich von Merle, der aktuellen FÖJlerin und Lena, der vorigen FÖJlerin, die zu Besuch war, empfangen. Sie zeigten mir den Hof und ich war wirklich erstaunt – so einen großen Hof hatte ich noch nie gesehen! Ein paar Tage später nahm ich an dem IPZV Basispass Lehrgang teil und lernte auch ganz viele der ‚Hofmädels‘ kennen. Die ersten zwei Wochen bin ich dann erst einmal mit Merle mitgelaufen bevor ich nach und nach eigene Aufgaben übernahm. Meine Aufgaben bestanden dann darin, morgens, mittags und abends die Pferde zu füttern, einmal am Tag den Hengststall auszumisten (das machten Merle und ich immer gemeinsam, dann war man in 10 Minuten fertig :-D), Pferde trainieren, also longieren, reiten, Bodenarbeit etc., abwechselnd mittags zu kochen, später im Sommer dann Herdenkontrolle, Fohlenkontrolle dh früh morgens (natürlich wechselten wir uns auch immer ab) nachsehen, ob ein neues Fohlen geboren und ob alles in Ordnung war, gelegentlich auch Reitunterricht zu übernehmen und später sogar eigene Reitgruppen.

Meine schönsten Erlebnisse, die ich hier natürlich nicht alle aufzählen kann, möchte ich mit euch teilen.Gleich zu Beginn stellte mir Josi Svarta vor, eine 12 jährige Zuchtstute, die vor einem halben Jahr eingeritten wurde und zum Verkauf stand. Sie war ein wenig misstrauisch dem Menschen gegenüber und hatte noch Schwierigkeiten sich mit Reiter zu sortieren. Zudem war sie sehr sensibel. Josi teilte sie mir also zu und ich sollte etwas mit ihr arbeiten. Ich bin Svarta das ganze Praktikum geritten und habe sehr viel auf ihr gelernt. Sogar auf dem Fest der Sinne bin ich mit ihr geritten, was ich mir niemals erträumt hätte! Eine weitere sehr schöne Erinnerung war meine Voltigruppe. Einige Wochen vor dem Fest der Sinne kamen ein paar Kinder und ich zusammen und gründeten ‚Schneewittchen und die sieben Zwerge‘, da das diesjährige Motto des Fests der Sinne Märchen war. Wir übten jede Woche und es war erstaunlich, was für tolle Fortschritte jedes einzelne Kind gemacht hat. Das konnten sie dann auf dem Fest der Sinne stolz präsentieren. Die Fohlenzeit war auch eine ganz tolle Zeit. Wir erwarteten 18 Fohlen! Josi, Merle und ich machten einen Wettbewerb daraus, wer die meisten Fohlen entdeckt. Das war sehr lustig! Auch die Fohlenschau war dann etwas ganz besonderes.

Es war eine tolle Zeit auf dem Islandpferdehof von der Waydbrink und ich komme so oft es nur geht wieder! Ich habe mein reiterliches Können sehr stark verbessern können und bin durch das Praktikum über mich hinaus gewachsen – und das nur, weil man ein wichtiges Bestandteil des Teams war und einem viel Verantwortung gegeben wurde. Das war wirklich schön.

Ich danke euch für die tolle Zeit und freue mich, in meinen Ferien euch immer wieder zu besuchen.

 

 


Lena Jeschke

FÖJ September 2014 bis September 2015

Nun ist mein Jahr auf dem Islandpferdehof von der Waydbrink auch schon wieder zu Ende, doch ich bin sehr froh, dass ich mein freiwilliges ökologisches Jahr hier machen durfte!
Als ich letztes Jahr im September angekommen bin, wurde ich von allen freundlich aufgenommen und die derzeitige Praktikantin, Rica, hat mir alles rund um den Hof gezeigt. Am ersten Tag ging es dann auch gleich los, und Rica hat mich mit auf die tägliche Runde genommen und mir meine Aufgabenbereiche gezeigt. Am Nachmittag habe ich ein bisschen bei Josis Reitunterricht zugeschaut. Dabei wurde ich dann schon etwas nervös, denn ich konnte längst nicht so gut reiten, wie die vielen Reitschüler. In meiner Freizeit bin ich immer mal wieder geritten, aber ich hatte jetzt keine guten Reit- /Fachkenntnisse und auf Isis bin ich auch noch nie geritten.

Doch das war alles halb so schlimm, denn wenn man bereit ist Neues zu lernen, sich auf die Pferde einzustellen und auch Kritik oder andere Vorschläge anzunehmen, kann man hier viel lernen und reiterlich große Fortschritte machen.
Josi hatte mir dann zwei Pferde zugeteilt, welche ich immer mal reiten durfte und auf denen ich Unterricht bekommen habe.

Es begann auch gerade die Phase, wo die vierjährigen Wallache von Josi longiert und eingeritten werden sollten. Diese Arbeit mit den Pferden war auf jeden Fall neu für mich. Ich fand es toll, dass Josi auch mich dabei eingebunden hat, denn vor allem bei der Arbeit mit so jungen Pferden konnte ich sehr viel lernen. Nicht nur über die Pferde, sondern auch über mich, was meine Körpersprache für einen Einfluss auf die Pferde hat...

Nach einer Weile habe ich auch bei Josis Mutter, Christine von der Waydbrink, Unterricht erhalten. Sie hatte eine etwas andere Vorgehensweise wie Josi, welche ich aber auch sehr interessant fand. Und so hatte ich auch bei Frau Waydbrink ein kleines Projekt mit einer lieben Stute.

Josi hatte mir eine Stute anvertraut, um die ich mich kümmern durfte. Diese Stute war auf einmal sehr schreckhaft und musste, so hatte man das Gefühl, erst einmal wieder Vertrauen zu einer Person aufbauen. Da nun der lange Winter kam, hatte ich viel Zeit mich mit ihr zu beschäftigen. Dabei ist sie mir auch echt ans Herz gewachsen und ich hatte viele schöne Momente mit ihr bis zum Ende meines FÖJ.

Als Josi im wohlverdienten Urlaub war, haben Nati und ich die Arbeit auf dem Hof gut gemeistert bekommen. Auch wenn die Tage im Winter kurz sind und es auch mal über mehrere Tage regnet, kann man trotzdem viel Spaß haben und mit guter Kleidung kann man jedem Wetter trotzen. Außerdem gibt es immer viele gemütliche Abende im Häuschen mit dem ganzen Team und vielen Freunden.

Das tägliche Reiten und der Unterricht verlagern sich dann größtenteils in die Reithalle und umso mehr freut man sich, wenn der Frühling kommt und man wieder viel draußen reiten kann. Die Jungwallache haben den Winter über auch große Fortschritte gemacht.
In der Zeit bekam ich noch eine schöne Fuchsstute zugeteilt, die dann zu meinem absoluten Lieblingspferd geworden ist.

Des Weiteren rückte das „Fest der Sinne“ auch immer näher. Wir haben eine Quadrille eingeübt, welche zum Schluss auch richtig gut geklappt hatte. Das „Fest der Sinne“ war schon ein Höhepunkt für mich und auch gleichzeitig eine Ehre mit in der Quadrille reiten zu dürfen.

Im Frühling gab es auch wieder einen großen Herdenaustrieb, was immer schön anzusehen ist, wenn die Pferde im rasenden Galopp an einem vorbeipreschen.
Wenn mal ein Pferd verletzt war, was übers Jahr verteilt zum Glück nicht allzu oft vorkam, gehörte es auch mit zu meinen Aufgaben, mich um das Pferd zu kümmern und täglich die Medikamente zu verabreichen. Das Vorgehen bei den unterschiedlichen Verletzungen und den anschließende Heilungsprozess fand ich persönlich immer sehr interessant.

Bald kamen auch schon die ersten Fohlen auf die Welt, was natürlich immer sehr aufregend, spannend und süß ist!
Spannend war auch die Arbeit mit den Junghengsten, die später in Redefin gekört wurden. Der letzte Teil meines FÖJ waren die Kinderreitferien - 6 Wochen pferdebegeisterte Kinder. Das konnte manchmal ziemlich anstrengend sein, doch die schönen Momente haben zum Glück überwogen. Zum Teil auch dank Marie, die zu der Zeit ein Praktikum bei uns angefangen hat und auch dank Nati, die für mich beide zu sehr guten Freundinnen geworden sind. Wir hatten uns zusammen viel um die Pferde gekümmert, während Josi eher auf die Kinder aufgepasst hat und hatten zahlreiche schöne Ausritte über die Stoppelfelder.

Wie man sieht, gab es über das Jahr verteilt viele schöne Momente, an die ich mich immer wieder gerne zurückerinnere. Deshalb ein großes Dankeschön an alle, die das Jahr für mich so unvergesslich gemacht haben! Ich komme immer wieder gerne auf den Hof zurück und vermisse Euch und die Pferde manchmal schon sehr. Aber ich weiß, dass ich immer willkommen bin und bin deshalb in Gedanken schon wieder beim nächsten Besuch.....

Vielen vielen Dank!

 

 


Alex

März 2015

Um den Trend fortzusetzen, begann auch meine Reise nach Viersdorf im tiefsten Süden Deutschlands. Nach gut neun Stunden Zugfahrt wartet bereits Josi auf mich am Bahnhof in Stralsund. Auf der Autofahrt zum Hof, bekam ich gleich einen ersten Einblick in mein neues Umfeld. Ich bezog mein nettes Zimmer vor Ort, holte etwas Schlaf nach und wurde tags darauf gleich in meine zukünftigen Aufgaben, wie Pferde füttern, Medikamente geben, Herden kontrollieren, etc. eingewiesen.

Ich brauchte ein paar Tage um wirklich am Hof anzukommen. Doch von da an standen wunderschönen, extrem lehrreichen, lustigen und ereignisreichen vier Wochen nichts mehr im Wege. Ich half morgens und abends beim Versorgen der Pferde, durfte dazwischen einige Pferde selbstständig reiten, das Gelände erkunden, bei der Jungpferdearbeit helfen oder am Reitunterricht, sowohl bei Josi als auch bei Frau Waydbrink teilnehmen.

Umgeben von einem wahnsinnig tollem Hof Team, das sich einmal am Tag zum gemeinsamen Mittagessen versammelte, war ständig was los. Angefangen von Germany´s Next Top Model Abenden bis hin zu Wildschweinessen und Salsaabend. Der Spaß kam also definitiv nie zu kurz.

Um mich kurz zu fassen: Danke euch allen für eine geniale Zeit!!!

 

 


Nati

Anfang November machte ich mich von Meersburg am Bodensee nach Stralsund auf, um ein Praktikum im Islandpferdeparadies der Familie Waydbrink zu absolvieren.

Nach einer chaotischen 12-stündigen Zugfahrt quer durch Deutschland wurde ich bereits, am Stralsunder Bahnhof, von Agustín erwartet.

Mein erster Arbeitstag begann um 8 Uhr und Lena, die diesjährige FÖJ-lerin zeigte mir meinen täglichen Aufgabenbereich. Dazu gehörten die täglichen Kontrollen und die Versorgung der verschiedenen Herden.  Gleich danach kam ich in den Genuss meiner ersten Reitstunde und alle meine Erwartungen wurden übertroffen. Besonders fasziniert hat mich die Feinheit der Pferde, die sofort auf die kleinsten Hilfen reagierten. So bekam ich eine kleine Gruppe Pferde zugeteilt, die ich selbständig reiten durfte.

Schnell lernte ich auch die anderen Mitglieder des Teams kennen und schon nach wenigen Tagen war ich voll in den Hofalltag integriert, als wäre es nie anders gewesen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen, bei dem sich das ganze Team immer versammelt, stand die Ausbildung der Jungpferde auf dem Plan. Hierbei  spielt die Schulung der eigenen Körpersprache eine entscheidende Rolle. Im Laufe meines Praktikums konnte ich die unterschiedlichen Entwicklungen und Charaktere der Jungpferde beobachten und den Umgang mit den Tieren lernen. Da mich die Islandpferde schon seit meiner Kindheit in ihren Bann gezogen haben, war dies eins meiner Highlights.

Im Januar flog Josi mit ihrem Freund Agustín für drei Wochen nach Venezuela.  Das bedeutete für Lena und mich nun mehr Verantwortung, aber auch noch andere Pferde zu reiten. Diese wurden gleichermaßen aufgeteilt, so dass wir vormittags immer beschäftigt waren.

Nach dem Mittagessen kam Obi (Josis beste Freundin) und mit ihr ging die Ausbildung von vier neuen Jungwallachen in die nächste Runde.

Aber auch die Abwechslung zur täglichen Hofarbeit kam nie zu kurz, ob Salsa tanzen in Greifswald, Garagenparty in Stralsund oder gemeinsames Kochen im Häuschen. Spaß wird hier großgeschrieben und kommt nie zu kurz!

Alles in allem hatte ich eine großartige Zeit, konnte viele neue Erfahrungen sammeln, habe allerlei Neues gelernt und super nette Menschen getroffen. Ich wurde sehr schnell in das Team integriert und kann jedem ein Praktikum bei der Familie Waydbrink nur ans Herz legen!

Vielen Dank für die schöne Zeit!

 

 

Rica Zschorsch

August bis Oktober 2014

Am 1. August machte ich mich auf meine Reise quer durch Deutschland. Nach meiner 10stündigen Zugfahrt wurde ich am Bahnhof in Stralsund bereits von Josi erwartet. Nachdem die erste Erschöpfung überwunden war wurde ich in den Hofalltag eingeführt und in meine zukünftigen Aufgaben eingearbeitet. Hierzu gehörten das tägliche Füttern der Pferde am Hof und die Kontrolle der Herden außerhalb.

Am dritten Tag begann die Kinderferienwoche. Eines der vielen Highlights meiner Zeit. Mit viel Spaß und Kreativität wurden die Kinder unterhalten und gefördert. Neben den Reitstunden, an denen ich ab der ersten Woche teilnehmen durfte, stand auch gemeinsames Essen, Singen und Theoriestunden auf dem Tagesplan.

Schnell war ich mit meinen täglichen Aufgaben vertraut und lernte nach und nach alle Mitglieder des Teams kennen, welches eher einer großen Familie gleicht. Ich fühlte mich nach kurzer Zeit integriert und durfte verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Dazu gehörten unter anderem die Behandlung verletzter oder erkrankter Pferde, sowie die Betreuung der Jungpferde obwohl sich Josi zu dieser Zeit auf dem IPZV Trainer B Lehrgang befand.

Langweilig wurde das Hof Leben nie. Neben der Versorgung der Herden mit Wasser und Futter sowie den Gesundheitskontrollen, standen große Ereignisse wie das Umtreiben der Jungpferde und die diesjährige Fohlenschau an. Hierbei war es mir möglich einen Einblick in den Alltag des Betriebs zu bekommen und auch über die Haltung und Behandlung von erkrankten Islandpferden viel zu lernen.

Am gemeinsamen Mittagstisch konnten aufgekommene Probleme besprochen, wobei für jede Situation ein Ansprechpartner zur Stelle war und ich Hilfe und Rat bekam, oder einfach nur nett geplaudert werden.

Da Islandpferde seit einigen Jahren mein Leben begleiten war ich natürlich sehr gespannt auf die Reitpferde am Hof und besonders auf den Ablauf der Jungpferde Ausbildung. Bereits von Anfang an durfte ich miterleben wie in den verschiedenen Phasen der Ausbildung mit den Tieren umgegangen wird. Nach einigen Tagen durfte ich dann auch schon das erste mal eines der Jungtiere reiten und war begeistert.

Im weiteren Verlauf kam ich täglich mehrmals dazu verschiedenste Pferde zu reiten, teilweise während den Reitstunden, nach einiger Zeit jedoch auch komplett selbständig, was mir jeden Tag aufs Neue große Freude bereitete. Hierbei konnte und durfte ich unglaublich viel Lernen und erleben. Ob auf der Töltbahn, der Halle oder im Gelände. Auch die Bodenarbeit und die damit verbundene Schulung der Körpersprache kam nicht zu kurz. Zum Abschluss meiner Praktikumszeit durfte ich sogar, mit einem 5 jährigen Wallach, an einem Tagesritt teilnehmen.

Doch auch Freizeitaktivitäten kamen neben der Arbeit auf dem Hof nicht zu kurz. Gemeinsames  Kochen und zusammen sitzen, Karaoke oder Feiern in Stralsund. Allein fühlte man sich nie und hatte auch abseits der Arbeit viel Spaß!

Insgesamt waren die drei Monate eine wahnsinnig tolle Erfahrung und eine lehrreiche Zeit. Der Umgang mit Pferd und Mensch auf dem Hof der Familie Waydbrink ist außergewöhnlich gut und einfühlsam. Ob es um die Ausbildung der Pferde oder die Integration der neuen Praktikanten geht. Man fühlt sich direkt wohl da auf jeden und jede geachtet und Rücksicht genommen wird. Ich werde immer gerne an meine Zeit und all die netten Menschen in Viersdorf zurück denken!

Vielen Dank für Alles!

 

 


Judith Amon

Das Paktikum im Islandpferdeparadies bei Familie Waydbrink war eine wahnsinnig tolle Erfahrung!

Wie die meisten anderen Praktikanten bin ich ebenfalls durch das Internet auf die Paktikumsstelle gestoßen.

Meine Reise ging am 1. Juni los und dauerte genau 8 Wochen. Wie sich herausstellte, kam ich genau zur richtigen Zeit an, denn auf dem Hof herrschte das blühende Leben. Insgesamt acht Stuten waren hoch tragend und alle warteten gespannt auf die erste Fohlengeburt.

Bereits am ersten Tag wurde ich voll in das Hofleben integriert. Nach einem netten Frühstück mit Josi konnte der erste Tag beginnen. Meine Aufgaben bestanden darin, früh zu füttern und die Herden zu kontrollieren. Dazu gehörte auch die sorgfältige Versorgung der Mutterstuten, was immer sehr spannend war, insbesondere dann, als die ersten Fohlen das Licht der Welt erblickten.

Zu meiner größten Freude durfte ich hautnah am Jungpferdeberitt teilhaben. Da ich bereits seit meinem fünften Lebensjahr reite und schon einige Erfahrung mit Jungpferden gesammelt habe, hatte ich die Möglichkeit, mit Josi viele Jungtiere zu trainieren. Dadurch bin ich jeden Tag sehr viel zum Reiten gekommen und habe eine Menge dazugelernt. Faszinierend fand ich den liebevollen, unkomplizierten und geduldigen Umgang mit den Pferden, denn das findet man auf die Art leider nicht sehr oft. Diese tolle Art mit den Pferden umzugehen, macht sich hier definitiv bezahlt. Die Pferde von Familie Waydbrink sind super Allrounder mit tollen Charaktären und es macht einfach nur Spaß, mit ihnen zu arbeiten.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurden dann Probleme besprochen, Pläne für die nächste Zeit gemacht oder einfach nur nett geplaudert.

Da alle Pferde auf dem Hof sehr artgerecht leben dürfen, sind viele davon draußen auf den Weiden. Deswegen sollte man kleinere Fußmärsche oder Fahrradstrecken nicht scheuen. Langweilig wurde es auf dem Hof auf jeden Fall nie! Neben dem täglichen Füttern, Herden kontrollieren und reiten standen noch viele andere Aufgaben an. Dazu gehörten zum Beispiel das Fahren von frischem Grünfutter, Befüllen der Wasserfässer, Beistehen beim Schmied oder die Behandlung einzelner Pferde.

Was ich unheimlich toll fand war, dass man nicht als Arbeitskraft angesehen wird, sondern als vollwertiges Teammitglied. Ich wurde von Anfang an sehr nett aufgenommen und man fühlt sich als  Teil einer großen Familie. Auch wurden die Aufgaben gerecht untereinander aufgeteilt und man kommt sich garantiert niemals ausgenutzt vor. Bei Problemen oder Zwischenfällen hatte immer jemand ein offenes Ohr und es wurde gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Erfahrungsgemäß weiß ich, dass man das leider sehr selten in Pferdebetrieben findet, deswegen ist der Islandpferdehof von Familie Waydbrink schon ein echter Glücksgriff gewesen!

Insgesamt waren die acht Wochen Praktikum eine wahnsinnig tolle und lehrreiche Zeit, von der ich unheimlich viel mitnehmen konnte und an die ich immer gerne zurückdenken werde.

Ich kann es nur jedem weiterempfehlen!

 

 


Caroline Pragua

2. Platz für Caro
Caro und Windi
Teilnehmer des Jungzüchterwettbewerbs

August 2013

Das Islandpferdegstüt der Familie Von der Waydbrink habe ich über das Internet entdeckt, als ich auf der Suche nach interessanten FÖJ Einsatzstellen war. Schon die Internetpräsenz gefiel mir sehr gut. Da ich zuhause bei unseren Islandpferden bereits mit der altklassischen Reitweise von Philippe Karl in Kontakt gekommen bin, interessierte mich der Hof ganz besonders. In der Islandpferdeszene findet man sowas ja eher selten, deshalb wollte ich die Familie und den Hof unbedingt kennenlernen!

Nachdem sich rausstellte, dass die Familie Von der Waydbrink für dieses Jahr leider keine(n) FÖJler(in) bekommen sollte, haben Josi und ich abgemacht, dass ich doch ein kurzes Schnupperpraktikum machen könnte.

Gesagt, getan - am 5. August 2013 saß ich im Zug von Köln nach Stralsund. Bis zum 23. August sollte ich bleiben. Als ich nach einer chaotischen Zugfahrt endlich in Stralsund ankam, stand Josi schon am Bahnsteig um mich abzuholen. Während der 15 minütigen Autofahrt zum Hof erzählte sie mir, wer zum Hofteam gehört und zeigte mir die vielen weitläufigen Weiden, die schon bald in Sicht kamen. Am Hof angekommen bekam ich noch eine kleine Führung und bezog dann meine eigene kleine gemütliche Wohnung mit Bad, Küchenzeile, großem Bett und Fernseher.

Schon am ersten Arbeitstag, der immer um 8 Uhr beginnt, war spektakuläres Programm angesagt: eine große Herde von Junghengsten und -wallachen sollte paarweise auf den Hänger verladen und auf eine abgelegenere Weide transportiert werden. Aber zunächst lernte ich Liz kennen, die grade in den letzten Wochen ihres FÖJ steckte und mir zeigte, was zur täglichen Runde gehört. Dabei machte sie mich auf die Besonderheiten der einzelnen Herden aufmerksam und gab mir zahlreiche Tipps. Außerdem überreichte sie mir einen selbstgestalteten Lageplan, auf dem sie mir das gesamte Hofgelände aufgezeichnet hatte (an dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür! ;) ). Der war eine große Hilfe, denn anfangs ist es nämlich gar nicht so einfach, sich auf dem weitläufigem Gelände mit den zahlreichen und großen Weiden zurechtzufinden und zu wissen, um welche Weide es sich handelt, wenn von "Schlumpfsbrücke" oder "Kleinkorea" die Rede ist.

Nach der morgendlichen Runde trafen wir uns alle am Häuschen, das den Kern des Hofs bildet, und besprachen das weitere Vorgehen. 16 Junghengste und -wallache sollten verladen werden. Obwohl alles sehr entspannt und geordnet ablief, war das doch eine - vor allem für die "Schieber" - recht anstrengende Aktion, die den gesamten Vormittag bis zum Mittagessen in Anspruch nahm.
Das Mittagessen bildet einen zentralen Punkt auf dem Tagesplan: alle sitzen beisammen, planen die nächsten Tage, erzählen und auch Probleme oder Fragen können angesprochen werden. Beim anschließenden Kaffee (mit Keksen!) kann jeder seine Mittagspause in Ruhe ausklingen lassen.

Meinen Teil der Nachmittagsrunde hab ich dann schon allein erledigt.
In den folgenden Tagen standen noch weitere interessante Sachen an: mehrere Tage lang musste eine Jungstute, die in einer Herde etwas entfernt vom Hof stand, am Auge behandelt werden. Neben dem Auf-Abstand-halten der restlichen Herde war es besonders wichtig, die Medizin gekonnt im Auge zu "platzieren". Ab dem zweiten Praktikumstag habe ich Liz einige Punkte der alltäglichen Runde abgenommen: ab jetzt gehörten die Gesundheitskontrolle einiger Herden, das Tränken und Füttern und die Regelung des Weidegangs einzelner Herden zu meinen Aufgaben. Später kam noch das tägliche Mineralisieren der Fohlenherden hinzu - da gab es immer viel zu sehen und zum Süß-finden!

Dass somit tatsächlich das Wohlergehen der Pferde ganz davon abhängt, wie gewissenhaft man seine Aufgaben erledigt, sollte einem bewusst sein. Eigenverantwortliches Arbeiten, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit zum Mitdenken sind also von großem Vorteil. Ausgestattet mit Handy, Stromprüfgerät, "Knuspis", Tagesplan und Regenjacke sind aber alle anfallenden Aufgaben problemlos zu meistern. Lange Laufwege sollte man aber nicht scheuen, denn die Pferde leben sehr artgerecht auf fast unendlich erscheinenden Weiden.

Neben Junghengste verladen oder Jungstute behandeln gab es aber auch entspanntere Dinge zu erledigen wie die Reithalle wässern oder Pferdeäpfel auf einem kleinen Grünstück einsammeln. Mal habe ich Marinas Reitschülern beim Satteln und Trensen der Pferde geholfen oder einfach nur bei Reitstunden zugeschaut.
Wie versprochen hatte ich oft die Gelegenheit, bei der Jungpferdearbeit mitzuhelfen oder eine Reitstunde zu nehmen.

Zu Anfang habe ich Liz und Josi zugeschaut, wie sie bei der Arbeit mit den jungen Pferden vorgehen und auf welchem Stand jedes einzelne Pferd ist. Da Josi dann aber schon bald für ihren Trainer C Kurs in die Nähe von Hannover fuhr, habe ich Liz dabei unterstützt. Jedes Pferd wird seinem Ausbildungsstand gerecht gefördert und individuell behandelt. Neben der Mithilfe am Boden durfte ich eine erfahrenere Jungstute auch selbst longieren. Dabei habe ich gut merken können, wieviel Wert darauf gelegt wird, die feinen Reaktionen des Jungpferds zu erhalten und es zu einem möglichst entspanntem und fein zu reitendem Pferd auszubilden.

Außerdem bekam ich viele Reitstunden von Josi und Frau Waydbrink und hatte mehrmals die Gelegenheit, mit verschiedenen Pferden ins Gelände zu reiten. Von Josi bekam ich eine nette Stute anvertraut, die ich schon aus einer Reitstunde kannte und mit der ich dann selbstständig vom Boden aus arbeiten durfte. Das ist natürlich der Traum jeder Praktikantin :-)

Ein großes Ereignis stand am Ende meines Praktikums an: die Fohlenschau mit anschließendem Jungzüchterwettbewerb!

Die Fohlenschau war eine sehr interessante Erfahrung. Nachdem wir die Fohlen mit ihren Müttern von der Weide in den Laufstall gebracht haben, wurde jedes Fohlen gechipt und entwurmt. Anschließend wurden die Fohlen einzeln vorgestellt. Dabei konnte man sehen, wie viel Qualität in der Zucht steckt - viele Fohlen waren wirklich ziemlich schick! Wir alle haben mitgeholfen, indem wir beispielsweise die Pferde auf den Platz führten oder die Aufgabe eines Treibers übernahmen.

Für den Wettbewerb haben wir alle viel geübt, mehrmals auch in der großen Gruppe. Die Leitung für diese Übungsstunden hat Frau Waydbrink mir übertragen, was mir großen Spaß bereitet hat. Außerdem konnte ich mit Windi, einer tollen Stute von Frau Waydbrink, selbst am Wettbewerb teilnehmen und habe dann auch noch den 2. Platz belegt. Schöner hätte das Praktikum kaum enden können!

Das Praktikum auf dem Hof der Familie von der Waydbrink war eine wunderbare Erfahrung! Das gesamte Team ist wie eine große Familie, von der jedes einzelne Mitglied das Hofleben bereichert. Es gibt für alles einen Ansprechpartner, sodass man sich als Praktikantin sehr gut aufgehoben und willkommen fühlt. Die gute Stimmung trägt auch viel dazu bei. Zwar gibt es immer einiges zu tun, sodass man sich nie überflüssig vorkommt, aber Stress kommt nie auf und es bleibt immer Zeit für Kaffeepausen und Plaudereien. Außerdem konnte ich meine Freizeit gut nutzen: wir haben einen Filmabend gemacht, waren mehrmals in Stralsund, ich habe die Uni von Greifswald gesehen und die Hansesail in Rostock besucht. Liz war dabei eine super Ansprechpartnerin, mit der die Arbeit immer Spaß gemacht hat. Da ich die meiste Zeit mit ihr verbracht habe, hat sie maßgeblich zu dieser tollen Praktikumserfahrung beigetragen! Das Praktikum auf dem Hof der Familie Waydbrink bleibt mir als total vielseitig in Erinnerung - und man kommt als Praktikantin wirklich viel zum Reiten und bekommt verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, was ich so bisher noch nicht erlebt habe. Das war mein bisher schönstes Praktikum - vielen Dank dafür!

 

 


Julia Haase

November 2012 - Januar 2013

Mittendrin statt nur dabei!

Als ich im vergangenen Frühjahr zum ersten Mal im Internet durch Zufall auf den Islandpferdehof der Familie Von der Waydbrink aufmerksam wurde, war ich zunächst erstaunt, dass sich ein Betrieb mit 150 Isis in der Nähe Rostocks befindet. Schnell war meine Neugier geweckt.

Als langjähriger Islandpferdefan musste ich mir diesen Hof schnellstmöglich anschauen. Bereits nach meinem ersten Besuch war die Begeisterung groß. Zum einen gefielen mir die weitläufige Anlage sowie die natürliche Haltung der Pferde, zum anderen war auch die Betreuung von Reiter und Pferd durch die Familie Von der Waydbrink optimal. So dauerte es auch nicht lange bis ich schließlich MEIN Islandpferd entdecken sollte. Es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick und von diesem Zeitpunkt an wusste ich: „Die oder Keine!“ Und obwohl ich mit meiner Stute reiterlich wirklich gut harmonierte, wollte es nach einiger Zeit mit dem Tölt einfach nicht mehr funktionieren. Da ich auf diesem Gebiet bislang nur wenig Erfahrung gesammelt hatte, war ich überaus froh, dass sich mir im Folgenden die Gelegenheit bot, ein Praktikum auf dem Hof zu absolvieren.

Für drei Monate bezog ich eine kleine Wohnung direkt auf dem Hof. Vom ersten Arbeitstag an galt das Motto: Mittendrin statt nur dabei. Zunächst bestand meine Hauptaufgabe darin, morgens und abends für die Gesundheitskontrollen der verschiedenen Herden zu sorgen und/ oder diese bei Bedarf mit Wasser bzw. Futter zu versorgen. Während der ersten Tage fand diese alltägliche Rundfahrt noch in Begleitung statt. So lernte ich die unterschiedlichen Herden schnell kennen und wurde vor allem für die Eigenarten einzelner Pferde sensibilisiert. In den Wintermonaten verwandelte sich diese Rundfahrt jedoch in einen täglichen Rundgang, da alle Herden nun nah am Hof gehalten wurden.

Außerdem erhielt ich nicht nur Einblick in die Ausbildung von Jungpferden, sondern hatte im Verlauf des Praktikums sogar die Möglichkeit, selbst eines zu reiten. Zumeist bestanden wir hierbei aus einem drei- oder mindestens zweiköpfigen erfahrenen Team, sodass jeder wechselnde Aufgaben übernehmen konnte, entsprechend seinen (reiterlichen) Fähigkeiten. Auf diese Weise kam ich in Kontakt mit vielen Jungpferden unterschiedlichen Charakters und Alters, in ihren jeweiligen Ausbildungsstufen. Insbesondere bei der Bodenarbeit lernte ich durch das direkte Feedback des Pferdes einiges über meine Körpersprache.

Typisch für den Hof ist auch die familiäre Atmosphäre. Vor allem das gemeinsame und zumeist überaus leckere Mittagessen bildete einen wichtigen Bestandteil des Tages. In gemütlich großer Runde wurden alle Neuigkeiten ausgetauscht und der weitere Tagesablauf geplant. Neben der alltäglichen Arbeit  gab es aber stets genug Zeit, um auch das eigene Pferd zu reiten oder um Unterricht zu nehmen, welcher ebenfalls ein fester Bestandteil des Praktikums war.

Rückblickend  gesehen, war das Praktikum auf dem Islandpferdehof der Familie Von der Waydbrink einfach eine tolle Erfahrung, die ich keinesfalls missen möchte. Als besonders positiv empfand ich, dass man trotz zum Teil recht verantwortungsvoller Aufgaben, immer einen hilfsbereiten Ansprechpartner auf dem Hof fand, der bei Fragen oder Problemen weiterhalf. Zudem machte es mir die herzliche und offene Art der Familie sehr leicht, mich in ihrer Mitte wohl zu fühlen. Zusätzlich erfuhr ich viel Wissenswertes über die artgerechte Haltung von Isländern sowie deren Fütterung und Gesunderhaltung. Darüberhinaus verbesserten sich nicht nur meine reiterlichen Fähigkeiten, sondern der gesamte Umgang mit dem Pferd wurde geschult. Neu Erlerntes konnte ich sofort bei meinem eigenen Pferd anwenden, wodurch ich noch enger mit meiner Stute zusammenwuchs. Beeindruckt war ich oftmals von der Philosophie des Hofes, da auf jedes Tier individuell eingegangen wurde, unabhängig davon, ob es sich um Schul-, Jung- oder Privatpferde handelte. Im Vordergrund stand stets der respektvolle Umgang mit dem Tier.

 

 


Liz (Elisabeth Wiesel)

September 2012 - August 2013

Im September letzten Jahres begann ich mein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) auf einem Gestüt in Mecklenburg-Vorpommern. Nach zwei Wochen der Unzufriedenheit wechselte ich meine Einsatzstelle und landete als eigentlicher Großpferdereiter auf dem Islandpferdehof von der Waydbrink in Viersdorf.

Schon am ersten Arbeitstag merkte ich, dass die Pferde hier zwar eine Nummer kleiner sind, dafür aber der gegenseitige Respekt, die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft hier groß geschrieben werden. Anders als ich von vielen Großpferdehöfen gewohnt war, wurde ich in ein Team aufgenommen, welches eher einer großen Familie gleicht, zu der ich mich schnell zugehörig fühlte.

Bei meinen ersten Arbeiten auf dem Hof wurde ich von Josephine von der Waydbrink begleitet und angeleitet. Hauptaufgabe meinerseits war die Versorgung der Pferde auf den umliegenden Koppeln mit Wasser und die Überprüfung des Gesundheitsstatus der Tiere. Als der Winter einbrach wurden die Islandpferde in Laufstallungen und Ausläufen mit Unterstellmöglichkeiten untergebracht. Seitdem verläuft die Versorgung mit Wasser, Futter und der gesundheitlichen Kontrollen direkt am Hof und ist weiterhin Teil meiner Zuständigkeit.

Daneben durfte ich von Beginn an bei der Ausbildung der Jungpferde teilnehmen und mithelfen. Die jungen Stuten, Wallache und Hengste befanden sich auf verschiedenen Ausbildungsstufen. Schnell wurde ich mit dem Konzept, welches aus einer Art liebevoller Konsequenz besteht, vertraut gemacht und durch den täglichen Umgang longiere und bereite ich einige Jungpferde heute selbständig.

Weiterhin standen mir für meine persönliche reiterliche Entwicklung gut ausgebildete Gangpferde zur Verfügung. In kostenlosen Reitstunden unter der Anleitung von Josephine wurde aus der Großpferdereiterin eine Gangpferdereiterin. Natürlich gibt es auch Tage an denen ich in alte Muster der Großpferdereiterei zurück rutsche, diese stellen aber eher die Seltenheit dar. Trotzdem sollte man die Schwierigkeit die temperamentvollen Islandpferde zu reiten nicht unterschätzen. Ich kann aus meiner Erfahrung, die ich im letzten halben Jahr gesammelt habe, nur berichten, dass man bereit sein muss sich auf etwas Neues einzulassen und in der Lage sein sollte Verbesserungsvorschläge anzunehmen. Dann steht einer tollen Zeit mit viel Reiterei nichts im Wege ;)

Neben der Arbeit auf und um den Hof blieb aber immer Zeit für ein wenig Spaß. So hingen wir im Winter zum Füttern einfach einen Schlitten an den Trecker, führten Schneeballschlachten oder ritten, wenn es die Witterung zu ließ, gemütlich ins Gelände. So lässt es sich auch in der kalten Jahreszeit unter freiem Himmel gut arbeiten.

Eine der größten Besonderheiten auf dem Hof möchte ich an dieser Stelle benennen. Jeden Tag um 12 Uhr versammelt sich das ganze Team zum gemeinsamen Mittagessen, welches selbst zubereitet wird, in den meisten Fällen von der hofeigenen Pferdewirtin Marina, und zudem eigentlich jeder, der gerade auf dem Hof ist eingeladen wird. Neben dem guten Essen und anschließendem Kaffe- und Keksgenuss werden anregende Gespräche rund ums Pferd, den Hof und anderen wichtigen Dingen geführt. In dieser angenehmen ruhigen Atmosphäre hat man als Praktikant auch immer die Möglichkeit Probleme oder Sorgen anzusprechen und ist somit im ständigen Kontakt mit seinen Betreuern.

Insgesamt betrachtet bin ich sehr glücklich auf dem Islandpferdehof der Familie von der Waydbrink und kann jedem Pferdeinteressierten diesen nur wärmstens empfehlen. Solltet ihr Interesse an einem FÖJ auf dem Islandpferdehof haben, dann scheut euch auch als Großpferdereiter nicht den Weg zu wagen. In meinen Augen ist es  wichtiger, egal ob Island- oder Großpferdereiter, dass ihr euch bemüht Sachen umzusetzen, arbeitswillig seid und gute Anziehsachen für schlechtes Wetter besitzt, denn die meiste Zeit des Tages arbeitet ihr draußen. Habt ihr das Alles kann eurer Jahr auf dem Hof mit folgendem Satz beschrieben werden: Mein Leben ist ein Ponyhof!